Geschichte

Die Geschichte Hemdingens lässt sich anhand unstrittiger Siedlungsspuren bis in die jüngere Steinzeit (um 1.600 v.Chr.) zurückverfolgen. Im Nordosten der Gemeinde stellte man im Jahre 1935 zahlreiche Bodenerhebungen unter Naturschutz, da es sich hier zweifelsfrei um vorchristliche Hügelgräber handelt.

 

Ursprünglich sollen es insgesamt 26 einzelne Hügel gewesen sein, wovon die meisten im Laufe der letzten Jahrhunderte durch Sandabbau oder Inkulturnahme der umliegenden Ländereien abgetragen wurden. Die verbliebenen bilden jedoch auch heute noch ein ansehnliches Naturareal am Rande des Vielmoores, im Volksmund de Süllbarg genannt.

 

Abgesehen von einigen vorgeschichtlichen Grabräubern war der Barmstedter Pastor Christian Detlef Rhode im ausgehenden 17. Jahrhundert der erste, der sich für die unterirdischen Geheimnisse der Grabhügel interessierte. Eine Aufzählung der von ihm und bei den später folgenden Grabungen gemachten Funde würde hier zu weit führen, der vorgeschichtlich interessierte Leser sei daher auf die Hemdinger Chronik verwiesen.

 

Geschichte

Weitere, inzwischen kaum mehr erkennbare Spuren menschlicher Besiedlung sind im Westen der Gemeinde auf dem sogenannten Mullendesch erfaßt worden. Hierbei handelte es sich um Einzelgräber aus der Bronze- bzw. Eisenzeit, die früher ebenfalls durch Erdaufschüttungen deutlich zu erkennen waren.

 

Als letzter vorgeschichtlicher Hinweis sei noch ein Gräberfeld auf der Reesenhoeh, also in unmittelbarer Naehe des Dorfkerns, erwähnt. Dort hat man zu Anfang des 20. Jahrhunderts in einer Sandgrube angeblich eine Vielzahl von Urnen gefunden, die jedoch grösstenteils nicht weiter registriert bzw. ausgewertet wurden.” All wedder’n Pott? hieß es dann, und damit hatte es nach mündlicher Überlieferung oftmals sein Bewenden. Die Art der Bestattung (ohne Hügelaufwurf) und die Gefässform der wenigen erhaltenen Urnen lassen auf eine Benutzung des Gräberfeldes um Christi Geburt schließen.

 

Bodenfunde lassen in den meisten Fällen nur begrenzte Rückschlüsse auf eine genaue zeitliche Einordnung der Besiedlung sowie Bevölkerungsdichte usw. zu. So auch bei uns in Hemdingen, d.h. so interessant alle Auswertungen und Deutungen auch sein mögen, letztendlich bleibt die Zeit vor und auch noch einige Jahrhunderte nach Christi Geburt weitgehend im Dunkeln.

 

Ab dem 16. Jahrhundert wurden für die nur dünn besiedelten Landschaften um Barmstedt herum Kauf- und Erbschaftsverträge und sonstige Amtsangelegenheiten schriftlich festgehalten und auch aufbewahrt, und damit wird auch für Hemdingen die Geschichte lebendig:

 

 

In den hier dargestellten letzten 450 Jahren lässt sich Hemdingen immer nur als reines Bauerndorf erkennen, das anfangs aus nur 8 oder 9 Höfen bestand. Nach dem 30-jährigen Krieg erhöhte sich die Anzahl auf 16 abgabepflichtige Betriebe.

 

Geschichte

Als um 1800 die sogenannte Verkoppelung d.h. Privatisierung der bisherigen Herrschaftsländereien durchgeführt war, protokollierte man anschliessend in Hemdingen 49 selbständige Höfe. Dazu kamen einige Versorgungsbetriebe wie Schmiede, Stellmacher, Stubenläden und Gastwirtschaften.

 

Diese von der Landwirtschaft geprägte Struktur hielt sich bis weit in das 20. Jahrhundert hinein; erst nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich unser Dorf durch Ausweisung mehrerer Baugebiete zu einer Gemeinde mit hauptsächlicher Wohnbebauung, ohne dabei jedoch den ländlichen Charakter zu verlieren.


Autor: Dr. Heino Bredehorn